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Warum halten Trump und die AfD nichts vom Klimaschutz?

Der US-Präsident und die AfD lehnen zentrale Instrumente des Klimaschutzes ab. Ihre Positionen und Begründungen sachlich eingeordnet, samt Folgen für Hausbesitzer.

Lesezeit Icon ca. 7 Min. Lesezeit
Jonas Pischner
Von
Energieeffizienz-Experte (dena)
Jonas Pischner ist leitender Energieberater bei der EE-Experten GmbH und Autor des Fachbuchs „Energieberatung für Zuhause". Mit über 13.000 beratenen Projekten (Stand 2026) zählt er zu den gefragtesten unabhängigen Energieberatern Deutschlands. Seine Fachbeiträge behandeln energetische Sanierungsplanung, Fördermittelstrategie sowie die Bewertung und Umsetzung von Effizienzmaßnahmen im Gebäudebestand. Er ist aktives Mitglied relevanter Beraternetzwerke und operativ in Projekten tätig.

Donald Trump in den USA und die AfD in Deutschland gehören zu den bekanntesten politischen Stimmen, die zentrale Instrumente des Klimaschutzes ablehnen. Dieser Beitrag gibt ihre öffentlich dokumentierten Positionen und Begründungen sachlich wieder, ordnet die dahinterliegenden Muster ein und zeigt, warum das Thema auch für Entscheidungen am eigenen Haus relevant ist.

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Luftbild einer Wohnsiedlung mit Solardächern und deutscher Flagge, Symbolbild für deutsche Klimapolitik
Warum halten Trump und die AfD nichts vom Klimaschutz?

Zwei Akteure, eine gemeinsame Stoßrichtung

Auf den ersten Blick haben ein US-Präsident und eine deutsche Oppositionspartei wenig gemeinsam. Beim Thema Klimaschutz gibt es jedoch eine ähnliche Stoßrichtung: Beide lehnen zentrale Instrumente der internationalen und nationalen Klimapolitik ab, vom Pariser Abkommen über die CO2-Bepreisung bis zu Förder- und Ordnungsrecht im Gebäudebereich. Dieser Beitrag schaut nüchtern hin: Was sagen beide Akteure tatsächlich, wie begründen sie ihre Haltung, und welche Muster stehen dahinter?

Donald Trump: Ausstieg aus dem Pariser Abkommen und Vorrang für Öl und Gas

Donald Trump hat die USA nach seinem Amtsantritt erneut aus dem Pariser Klimaabkommen geführt, wie er es bereits in seiner ersten Amtszeit getan hatte. Er setzt erklärtermaßen auf die Ausweitung der heimischen Öl- und Gasförderung und hat zahlreiche Klimaregulierungen sowie Förderprogramme der Vorgängerregierung zurückgedreht oder ausgesetzt, darunter Teile der Programme für erneuerbare Energien und Elektromobilität.

Seine Begründung folgt dabei einem wiederkehrenden Dreiklang:

  • Energiekosten: Trump hat angekündigt, die Energiepreise für Verbraucher und Industrie durch mehr heimische Förderung zu senken. Klimaauflagen gelten in dieser Logik als Preistreiber.
  • Arbeitsplätze: Die Öl-, Gas- und Kohleindustrie beschäftigt in einigen US-Bundesstaaten viele Menschen. Trump präsentiert den Rückbau von Klimaregulierung als Schutz dieser Arbeitsplätze.
  • Nationale Souveränität: Internationale Abkommen wie das Pariser Abkommen bewertet Trump als nachteilig für die USA und als Einschränkung nationaler Entscheidungsfreiheit.

Die AfD: Zweifel am menschlichen Einfluss und Ablehnung der Energiewende

Die AfD nimmt unter den im Bundestag vertretenen Parteien eine Sonderstellung ein: Sie bezweifelt laut ihrem Grundsatzprogramm, dass der aktuelle Klimawandel maßgeblich vom Menschen verursacht wird. Daraus leitet die Partei weitreichende Forderungen ab: Sie lehnt die Energiewende und die CO2-Bepreisung ab und fordert den Ausstieg Deutschlands aus dem Pariser Klimaabkommen.

Ihre Begründungen setzen an zwei Punkten an:

  • Kosten: Die Partei argumentiert, Energiewende und CO2-Preis belasteten Bürger und Wirtschaft übermäßig, etwa über Strompreise, Heizkosten und Auflagen für Gebäude.
  • Wirksamkeit: Deutschland verursache nur einen kleinen Teil der globalen Emissionen, nationale Maßnahmen bewertet die AfD deshalb als teuren Alleingang ohne messbaren Effekt auf das Weltklima.

Wichtig für die Einordnung: Diese Positionen beschreiben das Programm und die Aussagen der Partei. Sie sagen nichts darüber aus, warum einzelne Menschen diese Partei wählen, dafür gibt es sehr unterschiedliche Gründe.

Welche Erklärmuster hinter der Ablehnung stehen

Politikwissenschaftliche Analysen nennen mehrere Muster, die klimapolitische Ablehnung in verschiedenen Ländern erklären helfen. Sie beschreiben Zusammenhänge, keine Wertungen:

  • Wirtschaftliche Interessen: Wo fossile Industrien Arbeitsplätze und Steuereinnahmen sichern, hat Klimapolitik spürbare Verteilungswirkungen. Energiepreise sind zudem ein emotionales Wahlkampfthema, das sich politisch gut besetzen lässt.
  • Skepsis gegenüber Staat und internationalen Abkommen: Wer staatliche Eingriffe grundsätzlich kritisch sieht, überträgt diese Skepsis häufig auch auf Klimaregulierung und multilaterale Verträge.
  • Kulturelle Gegenposition: Klimaschutz wird von Teilen der Wählerschaft mit bestimmten, als „grün" empfundenen Milieus verbunden. Die Ablehnung der Politik ist dann auch eine Abgrenzung von diesen Milieus.
  • Sorge vor sozialen Härten: Sanierungspflichten, CO2-Preis und Technologievorgaben treffen Haushalte unterschiedlich stark. Die Sorge, dass Klimapolitik einzelne Gruppen überfordert, ist ein realer Faktor, den auch Befürworter ernst nehmen.

Was unstrittig ist und worüber wirklich gestritten wird

Für die Einordnung der Debatte hilft eine klare Trennung zweier Ebenen. Die wissenschaftliche Grundlage ist in der Fachwelt unstrittig: Der Mensch verursacht die aktuelle Erderwärmung im Wesentlichen, das ist der Stand der Klimaforschung, wie ihn unter anderem der Weltklimarat IPCC auf Basis tausender Studien zusammenfasst. Strittig ist in der Politik dagegen das „Wie" und das „Wie schnell": Welche Instrumente sind wirksam und bezahlbar, wer trägt die Kosten, welches Tempo ist sozial verträglich?

Über Instrumente, Tempo und Lastenverteilung lässt sich legitim streiten, das gehört zur Demokratie. Die physikalischen Zusammenhänge selbst stehen dabei allerdings nicht zur Abstimmung: Die Physik verhandelt nicht mit. Wer beide Ebenen vermischt, macht die Debatte unschärfer, als sie sein müsste.

Was das für Hausbesitzer in Deutschland bedeutet

Und was hat das alles mit dem eigenen Haus zu tun? Mehr, als man denkt. Die letzten Jahre haben gezeigt, wie stark politische Mehrheiten die Rahmenbedingungen für Gebäude verändern können: die aufgeheizte Debatte um das Heizungsgesetz, die Umstellung auf das GModG im Jahr 2026, und die bereits beschlossene Absenkung wichtiger Fördersätze ab 2027. Wer heute eine Heizung, eine Dämmung oder eine Komplettsanierung plant, sollte mit dieser politischen Volatilität rechnen: Förderprogramme können sich mit jeder Regierung ändern, nach oben wie nach unten.

Drei Faktoren bleiben davon jedoch weitgehend unberührt:

  • Energiepreise: Die Kosten für Gas, Öl und Strom bestimmen die laufende Belastung eines Haushalts, unabhängig davon, wer regiert.
  • CO2-Preis: Die europäische CO2-Bepreisung für Gebäude ist beschlossen und verteuert fossiles Heizen in den kommenden Jahren planbar weiter.
  • Der Zustand des eigenen Hauses: Ein ungedämmtes Dach verliert Wärme unter jeder Regierung. Effizienzmaßnahmen rechnen sich über die eingesparte Energie, nicht über politische Ideologie.

Fazit: Die eigenen Zahlen zählen unter jeder Regierung

Man kann klimapolitische Instrumente für richtig oder falsch halten. Für die Entscheidung am eigenen Haus ist das zweitrangig. Entscheidend sind die eigenen Zahlen: aktueller Verbrauch, Zustand von Hülle und Heizung, realistische Einsparung je Maßnahme und die derzeit verfügbare Förderung. Eine unabhängige Energieberatung rechnet genau das objektbezogen durch und schafft damit eine Grundlage, die von Wahlterminen unabhängig ist. Wer seine Zahlen kennt, kann gelassen beobachten, worüber die Politik gerade streitet.

Häufig gestellte Fragen

Die Positionen unterscheiden sich. Die AfD bezweifelt laut Grundsatzprogramm, dass der Klimawandel maßgeblich menschengemacht ist. Trump argumentiert vor allem wirtschaftlich: Er bewertet Klimaregulierung als teuer und nachteilig für die USA und hat entsprechende Programme zurückgedreht.

Nein. In der Fachwelt ist unstrittig, dass der Mensch die aktuelle Erderwärmung im Wesentlichen verursacht, so fasst es unter anderem der Weltklimarat IPCC zusammen. Politisch gestritten wird über Instrumente, Tempo und Kostenverteilung des Klimaschutzes, nicht über die physikalische Grundlage.

Ja. Die letzten Jahre haben das mehrfach gezeigt, etwa bei der Debatte um das Heizungsgesetz, der GModG-Umstellung 2026 und der beschlossenen Absenkung wichtiger Fördersätze ab 2027. Wer eine Sanierung plant, sollte verfügbare Förderung deshalb zeitnah prüfen und einplanen.

Effizienzmaßnahmen rechnen sich über die eingesparte Energie und den steigenden CO2-Preis auf fossiles Heizen, nicht über politische Vorgaben. Ob und welche Maßnahme sich im Einzelfall lohnt, lässt sich mit einer unabhängigen Energieberatung anhand der eigenen Zahlen klären.

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Jonas Pischner, Energieberater, EE-Experten GmbH
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