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Sanierungsförderung im Saarland 2026: Wer in einem Stadterneuerungsgebiet wohnt, hat es leichter

Klein, aber gut aufgestellt: Was das Saarland seinen Saniererinnen und Sanierern bietet

Saarbrücken,
Lesezeit Icon ca. 20 Min. Lesezeit
Jonas Pischner
Von
Energieeffizienz-Experte (dena)
Jonas Pischner ist leitender Energieberater bei der EE-Experten GmbH und Autor des Fachbuchs „Energieberatung für Zuhause". Mit über 13.000 beratenen Projekten (Stand 2026) zählt er zu den gefragtesten unabhängigen Energieberatern Deutschlands. Seine Fachbeiträge behandeln energetische Sanierungsplanung, Fördermittelstrategie sowie die Bewertung und Umsetzung von Effizienzmaßnahmen im Gebäudebestand. Er ist aktives Mitglied relevanter Beraternetzwerke und operativ in Projekten tätig.

Wer im Saarland sein Haus sanieren möchte, muss sich mit einer wichtigen Frage beschäftigen: Liegt die Immobilie in der „besonderen Gebietskulisse" der SIKB? Denn das Land bevorzugt bei seinen Modernisierungsprogrammen Objekte in Stadterneuerungsgebieten. Wer diese Frage früh klärt, kann das SIKB-Darlehen mit 1,0 % Festzins nutzen – kombiniert mit BAFA-Zuschuss und KfW-Kredit aus dem Bundespaket.

Für WEGs hat die SIKB sogar eine ungewöhnliche Lösung: Direktfinanzierung ohne Grundschuldeintragung.

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Siedlungshaus im Saarland – Sanierungsförderung Saarland 2026 mit SIKB und BAFA
Im Saarland entscheidet die Lage: Wer in der „besonderen Gebietskulisse" wohnt, hat bevorzugten Zugang zu den SIKB-Programmen mit 1 % Festzins.

Klein, aber gut aufgestellt: Was das Saarland seinen Saniererinnen und Sanierern bietet

Das Saarland ist das kleinste Flächenland Deutschlands – und setzt beim Thema energetische Sanierung pragmatisch auf ein klares Zusammenspiel aus Landesförderung und Bundesförderung. Die Saarländische Investitionskreditbank (SIKB) in Saarbrücken bündelt alle Wohnraumförderprogramme des Landes. Der Festzins liegt bei 1,0 Prozent – deutlich unter dem Marktniveau. Für WEGs ermöglicht die SIKB sogar direkten Zugang zu KfW-Darlehen ohne Grundschuldeintragung – eine Vereinfachung, die in anderen Bundesländern so nicht immer existiert.

Zwischen Saar und Stadtgrenze: Wie das Saarland sein Fördersystem 2025 neu aufgestellt hat

Im Juli 2024 trat im Saarland ein neues Wohnraumförderungsgesetz in Kraft, das die bisher zersplitterte Förderstruktur grundlegend vereinfacht hat. Das neue Wohnraumförderungsprogramm 2025 (WFP SL 2025) fasst sieben frühere Einzelregelungen zu einer einheitlichen Förderrichtlinie zusammen – übersichtlicher, praxisnäher und digital beantragbar. Die SIKB bietet jetzt auch eine Zuschussvariante neben der bewährten Darlehensvariante an.

Für Eigentümer, die ihr selbst genutztes Zuhause energetisch modernisieren möchten, bleibt das Kernangebot das SIKB-Modernisierungsdarlehen mit 1,0 Prozent Festzins – kombinierbar mit BAFA- und KfW-Bundesförderung. Wer in einem Stadterneuerungsgebiet lebt, hat dabei bevorzugten Zugang zu den Landesprogrammen – ein Punkt, den man kennen sollte, bevor man einen Antrag stellt.

SIKB-Förderprogramme Saarland für energetische Sanierungen 2026 auf einen Blick

ProgrammFörderartZielgruppe & VoraussetzungenBesonderheitAntrag bei
Saarl. Wohnraumförderung – Modernisierung SelbstnutzerZinsgünstiges Darlehen; Festzins 1,0 % nom.; bis 80 % der Kosten, max. 75.000 €; Mindestinvestition 12.500 €; Laufzeit bis 30 JahrePrivatpersonen mit Einkommensgrenzen; selbst genutztes Wohneigentum im Saarland; bevorzugt StadterneuerungsgebieteFestzins 1,0 % für gesamte Laufzeit – deutlich unter Marktniveau; direkte Kombinierbarkeit mit BAFA + KfWSIKB Saarbrücken, vor Baubeginn
SIKB WEG-FinanzierungKfW-Darlehen + SIKB-Ergänzungsdarlehen direkt an WEG (ohne Grundschuldeintragung); Laufzeit max. 15 JahreWEGs; 2/3-Mehrheitsbeschluss + 50 % der MEA; ausreichende BonitätKein Grundschuldeintrag – vereinfachter Zugang zu KfW für WEGsSIKB direkt (Antrag durch Verwalter)
WFP SL 2025 – Mietwohnungsbau (Darlehensvariante)Darlehen bis 3.000 €/m²; Tilgungszuschuss bis 45 % (bei EH 55); Festzins; Laufzeit bis 30 Jahre; Belegungs- und MietbindungInvestoren, Wohnungsunternehmen, Kommunen; 10-jährige BelegungsbindungTilgungszuschuss bis 45 % bei EH 55 – vergleichbar mit SpitzenländernSIKB direkt, vor Baubeginn
WFP SL 2025 – Mietwohnungsbau (Zuschussvariante)Direktzuschuss bis 1.500 €/m² Grundförderung + bis 285 €/m² Boni (Barrierefreiheit etc.); max. 1.785 €/m²Investoren; Vorhaben in besonderer Gebietskulisse bevorzugt; BelegungsbindungZuschussvariante seit 2025 – keine RückzahlungSIKB direkt, vor Baubeginn

Quellen: SIKB Saarland, Wohnraumförderungsprogramm WFP SL 2025, Förderdatenbank des Bundes (Stand: März 2026). Angaben ohne Gewähr.

SIKB-Modernisierungsdarlehen für Selbstnutzer: 1,0 % Festzins, bis 75.000 Euro

Das zentrale Instrument für Eigenheimbesitzer im Saarland ist das Modernisierungsdarlehen der SIKB. Es gewährt zinsgünstige Darlehen bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten, höchstens 75.000 Euro. Der Zinssatz beträgt 1,0 Prozent nominal für die gesamte Darlehenslaufzeit – fest, ohne Zinsänderungsrisiko. Laufzeiten von bis zu 30 Jahren sind möglich. Die Mindestinvestitionssumme liegt bei 12.500 Euro, damit kleinere Einzelmaßnahmen tatsächlich förderfähig sind.

Antragsberechtigt sind Privatpersonen, die ihr selbst genutztes Wohneigentum (Einfamilienhaus, Zweifamilienhaus oder Eigentumswohnung) modernisieren möchten und die Einkommensgrenzen des Saarlands einhalten. Das Programm wird bevorzugt in der „besonderen Gebietskulisse” des Saarlandes gefördert – das sind festgelegte Stadterneuerungsgebiete, bei denen genaue Informationen über die SIKB erhältlich sind. Anträge sind vor Baubeginn direkt bei der SIKB in Saarbrücken einzureichen. Die Kombination mit BAFA BEG EM und KfW 261 ist ausdrücklich möglich.

SIKB WEG-Finanzierung: Besonderer Zugang zu KfW für Wohnungseigentümergemeinschaften

Wohnungseigentümergemeinschaften haben es bei der Sanierungsfinanzierung oft schwerer als Einzeleigentümer – Grundschuldeinträge, Abstimmungen, komplizierte Bankwege. Die SIKB löst dieses Problem für saarländische WEGs auf unkomplizierte Weise: Sie beantragt bei ihr das Darlehen direkt, ohne dass eine Grundschuld eingetragen werden muss. Das Darlehen setzt sich aus KfW-Fördermitteln und einem SIKB-Ergänzungsdarlehen zusammen; die Kreditvergabe erfolgt direkt an die WEG über den Verwalter. Förderfähig sind alle Modernisierungsmaßnahmen, einschließlich energetischer Sanierungen, Photovoltaikanlagen und altersgerechter Umbauten. Die Darlehenslaufzeit beträgt maximal 15 Jahre. Voraussetzung ist ein Beschluss mit Zweidrittelmehrheit der abgegebenen Stimmen und 50 Prozent der Miteigentumsanteile – und: Es darf keine gleichzeitige Förderung aus demselben Programm für denselben Anteil bestehen.

Tipp: Prüfen Sie zuerst die „besondere Gebietskulisse”

Das Saarland fördert bevorzugt Modernisierungen in festgelegten Stadterneuerungsgebieten – der sogenannten „besonderen Gebietskulisse”. Wer in einem dieser Gebiete wohnt, hat einen bevorzugten Zugang zu den SIKB-Landesförderprogrammen; außerhalb dieser Gebiete ist eine Förderung grundsätzlich möglich, aber nachrangig. Welche Gebiete genau in diese Kulisse fallen, erährt man direkt bei der SIKB unter der Wohnungsbau-Hotline 0681–3033–333 oder auf sikb.de. Dieser Schritt lohnt sich frühzeitig – noch bevor Sanierungspläne konkretisiert werden.

Wo der Bund die Arbeit macht: BAFA und KfW im Saarland

Weil das Saarland kein gesondertes, überregionales Sonderprogramm für alle Eigentümer bereithält, kommt der Bundesförderung hier besonders hohe Bedeutung zu. BAFA-Zuschüsse und KfW-Darlehen sind die primären Hebelwerkzeuge – und für jede Immobilie im Saarland direkt nutzbar, unabhängig von Einkommensgrenzen oder Lage in der Gebietskulisse.

BAFA BEG EM: Zuschüsse für Dämmung, Fenster & Anlage

Die BAFA-Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM) ist für Saarbrückerinnen und Saarbrücker, Saarländer aus dem Landkreis oder von der Mosel genauso zugänglich wie für Eigentümer in Bayern. Die Grundförderung von 15 Prozent steigt mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) auf 20 Prozent. Die förderfähige Kostenbasis erhöht sich mit iSFP von 30.000 auf 60.000 Euro pro Wohneinheit – und die BAFA fördert die iSFP-Erstellung selbst mit 50 Prozent des Honorars. Ein dena-gelisteter Energieeffizienz-Experte ist Pflicht, und sichert zusätzlich den Zugang zum SIKB-Modernisierungsdarlehen.

KfW 458: Heizungstausch im Saarland – bis zu 70 Prozent möglich

Beim Heizungstausch zu einer klimafreundlichen Anlage (Wärmepumpe, Pellets, Fernwärme) zahlt der Bund über KfW 458 bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten bis 30.000 Euro: 30 % Grundförderung + 20 % Klimageschwindigkeitsbonus beim Austausch noch funktionierender fossiler Heizungen + 30 % Einkommensbonus für Haushalte mit unter 40.000 Euro Jahreseinkommen. Das SIKB-Modernisierungsdarlehen kann den nach Zuschüssen verbleibenden Eigenanteil zu 1,0 % finanzieren. Mehr zur Heizungsförderung auf EE-Experten.com.

KfW 261: Komplettsanierung zum Effizienzhaus

Für eine umfassende Sanierung zum KfW-Effizienzhaus bietet das KfW-Programm 261 zinsvergünstigte Kredite bis 150.000 Euro pro Wohneinheit und Tilgungszuschüsse bis 45 Prozent. Das SIKB-Modernisierungsdarlehen kann ergänzend als Nachrangfinanzierung eingesetzt werden; Doppelförderung identischer Kostenpositionen ist dabei auszuschließen. Ausführliche Informationen zum KfW 261 auf EE-Experten.com.

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Rechenbeispiel: Einfamilienhaus im Saarland, Dämmung + Wärmepumpe + iSFP, 2026

BausteinBetragArt
Gesamtinvestition Dämmung + Wärmepumpe65.000 €Gesamtkosten
BAFA BEG EM (20 % mit iSFP auf 60.000 €)12.000 €Zuschuss (nicht rückzahlbar)
KfW 458 Wärmepumpe (30 % Grundförderung auf 18.000 €)5.400 €Zuschuss (nicht rückzahlbar)
SIKB-Modernisierungsdarlehen (1,0 %, bis 30 J.)bis 37.600 € (80 % von 47.000 € nach Abzug Zuschüsse)Zinsgünstiges Darlehen
Gesamte Bundesförderzuschüsse17.400 €nicht rückzahlbar

Einkommensgrenzen für SIKB-Darlehen sind vorab zu prüfen. Angaben ohne Gewähr.

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So gehen Saarländer Sanierungen an: Schritt für Schritt

1. Gebietskulisse klären
Bevor irgendein Antrag gestellt wird: Liegt die Immobilie in der „besonderen Gebietskulisse” der SIKB? Das entscheidet über die Priorität der Landesprogramme. Einfach bei der SIKB nachfragen (0681–3033–333) oder auf sikb.de nachschauen.

2. Energieberater mit iSFP beauftragen
Ein dena-gelisteter Energieeffizienz-Experte erstellt den individuellen Sanierungsfahrplan, der für den BAFA-Bonus und die doppelte Förderkostenbasis entscheidend ist. Die Beratungskosten werden zu 50 Prozent vom BAFA bezuschusst.

3. Alle Anträge vor Baubeginn stellen
BAFA-Antrag, KfW-Antrag und SIKB-Modernisierungsdarlehen müssen alle vor Baubeginn gestellt werden. Beim SIKB-Darlehen: erst Förderzusage abwarten, dann bauen. Kein Antrag nach Auftragserteilung.

4. WEG? SIKB direkt kontaktieren
Für Wohnungseigentümergemeinschaften läuft der Antrag über den Verwalter direkt bei der SIKB – ohne Hausbank, ohne Grundschuld. Beschluss mit Zweidrittelmehrheit vorher fasst sicherstellen.

Häufig gestellte Fragen

Das Saarland fördert Modernisierungen bevorzugt in festgelegten Stadterneuerungsgebieten – der sogenannten besonderen Gebietskulisse. Wer dort lebt oder eine Immobilie besitzt, hat einen Vorrang beim Zugang zu den SIKB-Landesprogrammen. Außerhalb dieser Gebiete ist eine Förderung grundsätzlich möglich, aber nachrangig. Die genaue Liste der Gebiete erteilt die SIKB unter 0681–3033–333.

Ja – das ist ausdrücklich möglich und empfohlen. Die Kombination aus BAFA-Zuschuss für Gebäudehülle und KfW 458 für die Heizung mit dem SIKB-Modernisierungsdarlehen für den Rest ist die effizienteste Finanzierungsstrategie für Eigenheimbesitzer im Saarland. Keine Kostenpositionen dabei doppelt fördern.

Wohnungseigentümergemeinschaften können KfW-Darlehen und SIKB-Ergänzungsdarlehen direkt über die SIKB – ohne Hausbank und ohne Grundschuldeintrag – beantragen. Das ist praktisch für WEGs, die keinen Zugang zu klassischer Bankfinanzierung haben oder die Grundschuld im Gemeinschaftseigentum vermeiden wollen. Voraussetzung ist ein WEG-Beschluss mit qualifizierter Mehrheit.

Die Einkommensgrenzen richten sich nach dem Saarländischen Wohnraumförderungsgesetz und werden periodisch angepasst. Aktuelle Grenzen erfährt man direkt bei der SIKB. Wichtig: Außerhalb der Einkommensgrenzen steht das Programm nicht zur Verfügung – dann bleibt die Kombination aus KfW und BAFA als Hauptförderweg.

Fazit: Im Saarland zählt vor allem die Kombination

Das Saarland betreibt keine eigene großflächige Sanierungsförderung für alle – stattdessen setzt es auf ein klares, schlankes Landesangebot über die SIKB und verlässt sich bewusst auf die breite Bundesförderung als starkes Fundament. Das SIKB-Modernisierungsdarlehen mit 1,0 % Festzins ist für Eigenheimbesitzer mit Einkommensgrenzen ein echter Zinsvorteil. Die WEG-Finanzierung ohne Grundschuldpflicht ist bundesweit relativ selten und besonders praktisch. Der entscheidende Hebel im Saarland liegt in der Kombination: BAFA-Zuschuss + KfW-Kredit + SIKB-Nachrangdarlehen – richtig abgestimmt über einen Energieeffizienz-Experten mit iSFP.

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