Das Wichtigste auf einen Blick
- Ein Energieberater erkennt gezielt, wo Sie Energie einsparen können, und berät Sie umfassend.
- Ein Experte für Energieeffizienz ist in den meisten Fällen verpflichtend, wenn Sie ein KfW-Darlehen beantragen möchten.
- Die Bezeichnung „Energieberater“ ist nicht gesetzlich geschützt.
- Die Kosten für einen Energieberater richten sich nach dem Umfang der Leistungen und dem Zustand der Immobilie.
Wann ist ein KfW-Energieberater erforderlich?
Weniger Emissionen, weniger Verbrauch: Wer ein Haus baut oder modernisiert, denkt meist auch an die Energieeffizienz des Gebäudes. Gerade angesichts des fortschreitenden Klimawandels ist es wichtig, möglichst wenig CO₂ auszustoßen – denn dieses Treibhausgas trägt maßgeblich zur Erderwärmung bei. Und nicht zuletzt gilt: Wer Energie spart, spart bares Geld – besonders bei ständig steigenden Energiepreisen. Auch bei bestehenden Immobilien lohnt sich für Eigentümer und Kaufinteressenten eine energetische Sanierung. Das ist in mehrfacher Hinsicht vorteilhaft.
Einerseits reduziert sich der Energieverbrauch, andererseits winken Zuschüsse der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) – sowohl für die Sanierungsmaßnahmen selbst als auch für eine professionelle Energieberatung. Viele Heizungsbauer bieten Beratungen an, doch Vorsicht: Nur Beratungen durch zertifizierte Anbieter werden von der KfW anerkannt! Die ordnungsgemäße Planung und Überwachung durch einen Experten ist Voraussetzung für die KfW-Förderung. Oft müssen Immobilieneigentümer zunächst in Vorleistung gehen, bevor sich eine energetische Modernisierung finanziell auszahlt. Wir erklären, worauf Sie besonders achten sollten – und wie Sie einen passenden Energieberater in Ihrer Nähe finden.
Aufgaben eines Energieberaters
Eine fachkundige Energieberatung ist der erste Schritt auf dem Weg zu einem energieeffizienten Haus – und das aus mehreren Gründen. Die Möglichkeiten, Energie zu sparen, sind vielfältig: Außendämmung, Innendämmung oder beides? Holzheizung oder Wärmepumpe? Solaranlage aufs Dach? Welche Fenster sind wirklich dicht? Laien verlieren hier schnell den Überblick. Ein professioneller Energieberater hingegen weiß genau, welche Maßnahmen sinnvoll sind. Er plant die Sanierung und überwacht deren korrekte Umsetzung.
Mit einer Fachkraft an Ihrer Seite können Sie als Immobilieneigentümer ruhiger schlafen. Für alle, die eine KfW-Förderung oder andere staatliche Zuschüsse für eine energetische Modernisierung in Anspruch nehmen möchten, ist eine professionelle Energieberatung sogar Pflicht. Nur wer einen zertifizierten Berater beauftragt, erhält die Förderung. Auch der Zuschuss für die Energieberatung selbst, der bei der KfW beantragt werden kann, wird nur für Beratungen durch speziell ausgewiesene Profis ausgezahlt.
Warum nicht einfach zum Heizungsbauer?
Viele wünschen sich einen Ansprechpartner in der Nähe, der die gesamte Modernisierung aus einer Hand plant und überwacht. Das spart Zeit und Aufwand für Beratung und Abstimmung. Besonders bei älteren Gebäuden wird oft zuerst die Heizungsanlage erneuert oder das Dach gedämmt, und Heizungsbauer oder Dachdecker sind dann die ersten Ansprechpartner für die Umsetzung. Viele Handwerker kennen die Standards der Energieeffizienz und die Anforderungen von Förderinstitutionen wie KfW oder BAFA aus der Praxis. Dennoch: Nur ein zertifizierter Experte für Energieeffizienz, meist Energieberater genannt, kann für staatliche Fördergelder herangezogen werden. Auch Handwerksbetriebe können diese Spezialisierung erwerben – prüfen Sie daher genau, ob Ihr Berater tatsächlich zertifiziert ist.
Wie und wo findet man einen seriösen Energieberater?
Der Begriff „Energieberater“ ist nicht geschützt oder normiert – theoretisch kann sich jeder so nennen. Das erschwert die Qualitätssicherung bei energetischen Sanierungen. Es ist daher ratsam, einen unabhängigen Dienstleister zu beauftragen, der nicht gleichzeitig die Sanierungsmaßnahmen selbst durchführt. So vermeiden Sie unnötige oder überteuerte Vorhaben.
KfW-taugliche Energieberater
Achten Sie darauf, dass Ihr Energieberater auf der sogenannten Energieeffizienz-Expertenliste steht – nur diese Fachleute dürfen Modernisierungsmaßnahmen betreuen, für die staatliche Fördermittel von KfW oder BAFA beantragt werden. Die Website EnergieeffizienzExperten bietet eine Suchfunktion, mit der Sie nach anerkannten Beratern in Ihrer Nähe suchen können. Die Liste wird von der Deutschen Energie-Agentur (Dena) betreut und regelmäßig aktualisiert.
Staatliches Expertenregister zur Qualitätssicherung
Diese bundesweite Liste qualifizierter Energieberater wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gemeinsam mit KfW und BAFA ins Leben gerufen, um die Qualität bei Beratungen rund um energieeffizientes Bauen und Sanieren sicherzustellen. Untersuchungen hatten gezeigt, dass es in der Vergangenheit teilweise erhebliche Qualitätsmängel gab. Die Datenbank umfasst rund 13.000 zertifizierte Energieberater in ganz Deutschland, die nach Postleitzahl gesucht werden können. Im Suchfeld kann auch die gewünschte Leistung eingegrenzt werden. Wer auf dieser Liste steht, ist zertifiziert, Energieberatungen durchzuführen sowie energetische Bauvorhaben und Sanierungen zu planen, zu überwachen und abzuschließen. Für die Aufnahme in die Liste ist eine Eintragungsprüfung durch die Dena erforderlich.
Leistungen eines Energieberaters
Das Leistungsspektrum eines Energieberaters ist breit gefächert und wird individuell auf die jeweilige Immobilie zugeschnitten. Zu den Standardleistungen gehören:
- Bestandsaufnahme des aktuellen energetischen Zustands des Gebäudes, inklusive Überprüfung der Heizungsanlage, vorhandener Dämmung, Fenster und Bausubstanz (Alt- oder Neubau, Unterkellerung, verwendetes Baumaterial)
- Identifikation von Wärmebrücken und anderen energetischen Schwachstellen, z. B. durch Thermografie (zeigt, wo Energie ungehindert entweicht) oder einen Blower-Door-Test (spürt Lecks in der Gebäudehülle auf); diese Verfahren verursachen meist Zusatzkosten zwischen 250 und 400 €
- Analyse geplanter Sanierungsvorhaben hinsichtlich handwerklicher Umsetzbarkeit und Wirtschaftlichkeit: Lohnt sich die Maßnahme auch finanziell?
- Erstellung individueller Sanierungs- oder Optimierungskonzepte in Bezug auf Energieeffizienz, auch unter Einbeziehung erneuerbarer Energien wie Wärmepumpen oder Photovoltaikanlagen
- Begleitung und Abnahme der geplanten Modernisierungsmaßnahmen
- Hilfestellung bei der Beantragung staatlicher Fördergelder
- Beratung zu energieeffizientem Bauen
Übrigens: Wer eine Immobilie verkaufen oder vermieten will, benötigt seit Mai 2014 gemäß der Energiesparverordnung (EnEV) einen sogenannten Energieausweis. Dieses Dokument gibt Auskunft über die Energieeffizienz und die zu erwartenden Energiekosten des Gebäudes. Ein zertifizierter Energieberater kann diesen Ausweis ausstellen und weiß, welcher Ausweis für Ihre Immobilie benötigt wird, wie er beantragt wird und welche Kosten entstehen.
Was kostet ein Energieberater?
Die Kosten für eine Energieberatung hängen von verschiedenen Faktoren ab – insbesondere von der Größe der Immobilie, dem Umfang der geplanten Maßnahmen und dem Zeitaufwand des Experten. Es gibt daher nur grobe Richtwerte:
- Basisberatung durch die Verbraucherzentrale: 30–200 €, für einkommensschwache Haushalte kostenlos
- Ausführliche Beratung für ein Einfamilienhaus (ca. 150 m²): 600–2.000 €
- Beratung für ein Mehrfamilienhaus (mindestens drei Parteien): 700–2.500 €
- Beratung für ein großes Mehrfamilienhaus (ab etwa 10 Parteien): 1.400–4.600 €
- Tagessatz: 500–900 €, Stundensatz: 60–110 €
Die Kosten müssen in der Regel zunächst vom Immobilieneigentümer getragen werden, können jedoch im Nachgang beispielsweise durch KfW-Zuschüsse erstattet werden – insbesondere, wenn eine Baubegleitung erforderlich ist (für bestimmte KfW-Zuschüsse ist dies vorgeschrieben).
Der Energieberater und die KfW – wie funktioniert das?
Mit dem Programm „Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Baubegleitung (KfW 431)“ fördert die KfW die Beratung und Baubegleitung energieeffizienter Maßnahmen mit bis zu 50 % der Kosten, maximal 4.000 € pro Vorhaben. Zugleich ist ein qualifizierter Energieberater Vorschrift, wenn Sie bei der KfW Fördergelder für die energetische Sanierung beantragen möchten. Besonders lohnend ist dies bei der Modernisierung von Altbauten: Hier zeigt sich die KfW besonders großzügig.
Bei den Programmen „Energieeffizient Sanieren – Kredit (KfW 151 und 152)“ sowie „Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss (KfW 430)“ vergibt die KfW zinsgünstige Kredite an Immobiliensanierer und gewährt Tilgungszuschüsse, sofern die von der KfW definierten Energiestandards erreicht werden. Wird beispielsweise der aktuell höchste Energiestandard erreicht (das Haus benötigt nur 55 % des Energiebedarfs eines Standard-Neubaus nach EnEV), erhalten Sie einen Zuschuss von 40 % der Fördersumme. Aber auch wenn Sie den Höchststandard nicht erreichen, kann sich eine Sanierung lohnen: Je nach Maßnahme beginnt der Tilgungszuschuss bereits bei 7,5 %. Voraussetzung ist immer, dass ein zertifizierter Experte die Maßnahmen überwacht und deren ordnungsgemäße Durchführung bestätigt. Er erstellt die entsprechende Bescheinigung über den erreichten Energiestandard, die zusammen mit dem Formular „Bestätigung nach Durchführung“ bei der KfW eingereicht werden muss. Das Formular steht auf den Internetseiten der KfW zum Download bereit.
Der Energieberater und die BAFA – wie funktioniert das?
Nicht nur die KfW, sondern auch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) unterstützt die energetische Beratung und Sanierungsmaßnahmen finanziell. Bis zu 60 % der Beratungskosten können über das BAFA-Programm „Energieberatung Wohngebäude“ gefördert werden – zusätzlich zu KfW-Förderungen. Die Förderhöchstgrenzen sind:
- Maximal 500 €, wenn in einer Eigentümerversammlung oder Beiratssitzung zusätzliche Erläuterungen des Energieberatungsberichts notwendig sind
- Maximal 800 € für die energetische Sanierung eines Ein- oder Zweifamilienhauses
- Maximal 1.100 € für Mehrparteienhäuser ab drei Wohneinheiten
Der Zuschuss wird direkt an den Energieberater ausgezahlt, der verpflichtet ist, diesen auf sein Honorar anzurechnen. Sie können wählen, ob der Experte ein Gesamtsanierungskonzept zum KfW-Effizienzhaus erstellt oder einen Stufenplan für eine schrittweise Sanierung erarbeitet. Eine Vor-Ort-Begehung und Beratung ist bei der BAFA-Förderung Pflicht.
Fördergelder von KfW und BAFA: Weitere Bedingungen
Für die BAFA-Förderung gilt ebenfalls: Der beauftragte Energieberater muss zertifiziert sein. Das BAFA führt dazu eine eigene Kartei und prüft die Qualifikation der Antragsteller. Danach ist auch ein Eintrag in die Energieeffizienz-Expertenliste möglich.
Für die Förderung durch KfW und BAFA gelten folgende Voraussetzungen:
- Die Immobilie steht in Deutschland
- Sie wird überwiegend als Wohnobjekt genutzt
- Der Bauantrag wurde bis zum 31. Januar 2002 gestellt
- Der Förderantrag wird von einem zertifizierten Energieberater gestellt und, je nach Maßnahme, auch von diesem überwacht und bestätigt
Länder und Kommunen fördern die Energiesanierung ebenfalls
Nicht nur der Bund, sondern auch Länder und Kommunen bieten Fördergelder für energetische Sanierungen. So übernimmt beispielsweise die Stadt München im Rahmen des „Förderprogramms Energieeinsparung“ (FES) bis zu 80 % der Kosten für eine energetische Sanierungsberatung im Stadtgebiet. Auch konkrete Investitionen wie Dämmung, Photovoltaikanlagen oder der Einsatz erneuerbarer Energien werden gefördert.
Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) gab es bereits 2017 auf Länderebene knapp 140 Förderprogramme für energieeffizientes Bauen und Sanieren, auf regionaler und kommunaler Ebene waren es über 2.000. Es lohnt sich also, sich am eigenen Wohnort nach weiteren Fördermöglichkeiten zu erkundigen – oder direkt einen Energieberater zu beauftragen, der den Überblick über die zahlreichen Programme behält.
Die zehn wichtigsten Punkte zum Energieberater auf einen Blick
- Ein Energieberater lohnt sich dreifach: Sie sparen Energie und damit Geld, erhalten einen KfW-Zuschuss für die Beratung und profitieren von weiteren Fördermaßnahmen.
- Die KfW bezuschusst aktuell die Beratung und Baubegleitung durch einen Experten für Energieeffizienz („Zuschuss Baubegleitung“, KfW 431).
- Die Förderprogramme „Energieeffizient Sanieren – Kredit“ (151 und 152) sowie „Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss“ (430) sind an eine Energieberatung gekoppelt.
- Wichtig: Nur Beratungen durch zertifizierte Energieberater werden bezuschusst. Fördergelder werden nur ausgezahlt, wenn Fachpersonal involviert war.
- Das Zertifikat für Energieberater wird durch spezielle Lehrgänge (z. B. bei Handwerkskammern oder TÜV) oder im Rahmen bestimmter Studiengänge erworben.
- Verschiedene Berufsgruppen – wie Gebäudeenergieberater, Sachverständige für Energieeffizienz, Energiemanager oder Experten für Energieeffizienz – können beratend tätig sein.
- „Energieberater“ ist keine geschützte Berufsbezeichnung und unterliegt keinen einheitlichen gesetzlichen Standards oder Regelungen.
- Über die Website EnergieeffizienzExperten finden Sie einen Energieberater in Ihrer Nähe, der staatliche Zuschüsse beantragen darf; die Expertenliste wird von der Dena betreut.
- Erst wenn der Berater nach der Sanierung mit dem Formular „Bestätigung nach Durchführung“ den geforderten Energiestandard bestätigt, werden staatliche Zuschüsse ausgezahlt.
- Nicht vergessen: Auch das BAFA fördert Maßnahmen zur energetischen Modernisierung, ebenso gibt es zahlreiche Förderprogramme auf Länder- und Kommunalebene.
Fazit:
Ein zertifizierter Energieberater ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen, geförderten energetischen Sanierung. Er hilft nicht nur beim Energiesparen und bei der Planung, sondern sichert auch den Zugang zu attraktiven Fördermitteln – und das gleich mehrfach.


















