Trinkwasserinstallation planen nach den anerkannten Regeln der Technik
Wer eine Trinkwasserinstallation planen lässt, erwartet zu Recht mehr als eine Leitungsführung nach Gefühl. Grundlage jeder fachgerechten Sanitärplanung sind die anerkannten Regeln der Technik: Sie geben vor, wie Leitungen geführt, Werkstoffe ausgewählt und Entnahmestellen angebunden werden, damit die Wasserqualität vom Hausanschluss bis zur letzten Zapfstelle erhalten bleibt. Wir planen die komplette Installation werkplanungsreif, inklusive Schema, Strangführung und Abstimmung mit Heizung, Lüftung und Elektro.
Rohrnetzberechnung nach DIN 1988-300
Herzstück der Planung ist die Rohrnetzberechnung nach DIN 1988-300. Sie ermittelt für jeden Leitungsabschnitt den passenden Querschnitt aus den tatsächlich zu erwartenden Entnahmen. Das Ergebnis sind bedarfsgerecht dimensionierte Leitungen mit geringem Wasserinhalt, kurzen Ausstoßzeiten und ausreichendem Druck an jeder Armatur. Pauschal gewählte Querschnitte entfallen, und genau das ist die Basis für Hygiene und Komfort zugleich.
Trinkwasserhygiene und Legionellenschutz
Trinkwasserhygiene entsteht durch Planung, nicht durch Zufall. Drei Prinzipien stehen im Mittelpunkt: Wasser muss regelmäßig ausgetauscht werden, Kaltwasser soll kalt bleiben und Warmwasser ausreichend heiß. Für den Legionellenschutz planen wir die Temperaturhaltung im Warmwassersystem, eine hydraulisch abgeglichene Zirkulationsleitung und eine Leitungsführung, die Stagnation vermeidet: keine toten Stränge, keine selten genutzten Reserveleitungen, durchgeschliffene Anbindung selten genutzter Entnahmestellen. Damit erfüllen Sie zugleich die Anforderungen der Trinkwasserverordnung an einen ordnungsgemäßen Betrieb der Anlage.
Warmwasserbereitung im Zusammenspiel mit der Wärmepumpe
Die Warmwasserbereitung ist in vielen Gebäuden der kritische Punkt zwischen Hygiene und Effizienz. Eine Wärmepumpe arbeitet umso wirtschaftlicher, je niedriger die Systemtemperaturen sind, während der Legionellenschutz hohe Temperaturen im Speicher begünstigt. Wir lösen diesen Zielkonflikt planerisch: durch passend dimensionierte Speicher, kompakte Leitungsnetze mit geringem Wasserinhalt und, wo sinnvoll, eine Frischwasserstation, die Warmwasser erst im Moment der Entnahme im Durchfluss erwärmt. So bleibt das System hygienisch robust und die Wärmepumpe effizient.
Entwässerungsplanung nach DIN 1986-100 mit Rückstauschutz
Zur Sanitärplanung gehört auch die Entwässerungsplanung nach DIN 1986-100: Schmutzwasserleitungen mit ausreichendem Gefälle, korrekt dimensionierte Fallleitungen, Lüftung des Systems und die sichere Ableitung von Regenwasser. Ein zentrales Thema ist der Rückstauschutz für Räume unterhalb der Rückstauebene, damit Keller bei Starkregen trocken bleiben. Ergänzend planen wir die Starkregenvorsorge auf dem Grundstück und prüfen, ob sich eine Regenwassernutzung für Gartenbewässerung oder WC lohnt. Das entlastet die Kanalisation und senkt den Trinkwasserverbrauch.


Gerne helfen wir Ihnen unkompliziert weiter. Ich freue mich auf Ihren Anruf. Unsere Erstberatungsgespräche sind unverbindlich und kostenlos.
Ihr Jonas Pischner
Energieeffizienz-Experte, Buchautor & Dackelliebhaber
Wir helfen Ihnen gerne
0711 - 217 249 502 Montag bis Samstag: 8:00 - 19:00 Uhr info@ee-experten.deSo läuft die Sanitärplanung bei uns ab
- Bestandsaufnahme und Bedarfsermittlung: Wir klären Nutzung, Personenzahl, Komfortwünsche und den Zustand vorhandener Installationen.
- Konzept: Trinkwasser, Warmwasserbereitung und Entwässerung werden als Gesamtsystem entworfen und mit dem Wärmeerzeuger abgestimmt.
- Berechnung und Dimensionierung: Rohrnetzberechnung nach DIN 1988-300, Auslegung der Zirkulation und Entwässerungsplanung nach DIN 1986-100.
- Ausführungsplanung und Ausschreibung: Pläne, Schemata und Leistungsverzeichnisse als klare Grundlage für vergleichbare Angebote.
- Baubegleitung: Wir prüfen die Ausführung, begleiten Dichtheitsprüfung und Inbetriebnahme und dokumentieren das Ergebnis.
Typische Fehler ohne Fachplanung
Wird die Sanitärinstallation ohne Planung direkt aus dem Handwerk heraus umgesetzt, sehen wir in der Praxis immer wieder dieselben Schwachstellen:
- Überdimensionierte Leitungen mit trägem Wasseraustausch, langen Wartezeiten an der Armatur und vermeidbaren Hygienerisiken.
- Tote Stränge und Stagnation, die Legionellen und anderen Keimen ideale Bedingungen bieten.
- Fließgeräusche und Installationslärm durch falsche Dimensionierung und fehlende Schallentkopplung, gerade neben Schlafräumen ein Dauerärgernis.
- Fehlender Rückstauschutz, der sich beim ersten Starkregen als teures Versäumnis erweist.
- Warmwasserkonzepte, die nicht zur Wärmepumpe passen und die Effizienz der gesamten Anlage verschenken.
Verzahnt mit Ihrer Energieberatung, förderfähig über die BEG
Weil wir Energieberatung und TGA-Fachplanung im selben Haus bündeln, passt die Sanitärplanung von Beginn an zum Sanierungsfahrplan und zur geplanten Heiztechnik. Warmwasserbedarf, Speicherkonzept und Systemtemperaturen fließen direkt in die energetische Bilanz ein, statt nachträglich angepasst zu werden. Das vermeidet Schnittstellenfehler zwischen den Gewerken und doppelte Planungsschleifen. Ein Pluspunkt für Ihr Budget: Fachplanung und Baubegleitung sind über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) mit 50 Prozent förderfähig, gedeckelt auf 5.000 Euro beim Ein- und Zweifamilienhaus, 2.000 Euro je Wohneinheit bei Mehrfamilienhäusern und maximal 20.000 Euro je Vorhaben. Wir prüfen im Erstgespräch, wie Sie diese Förderung für Ihr Projekt nutzen.
Sobald Ablaufstellen unterhalb der Rückstauebene liegen, etwa Bodenabläufe, WCs oder Waschmaschinen im Keller, ist Rückstauschutz Pflichtbestandteil einer normgerechten Entwässerungsplanung nach DIN 1986-100. Bei Starkregen kann das öffentliche Kanalnetz überlastet werden und Abwasser in das Gebäude zurückdrücken. Rückstauverschlüsse oder Hebeanlagen verhindern das. Welche Lösung passt, hängt von Nutzung, Gefälle und Anschlusssituation ab und wird in der Planung festgelegt.
Ja, wenn sie darauf ausgelegt ist. Die Wärmepumpe arbeitet am effizientesten mit niedrigen Systemtemperaturen, der Legionellenschutz verlangt jedoch ein hygienisch sicheres Warmwassersystem. Die Sanitärplanung löst das über kompakte Leitungsnetze mit geringem Wasserinhalt, passend ausgelegte Speicher und optional eine Frischwasserstation, die Trinkwasser erst bei der Entnahme im Durchfluss erwärmt. So bleiben Effizienz und Hygiene gleichzeitig gewahrt.
Bei Sanierungen treffen neue Leitungsabschnitte auf alten Bestand. Werden stillgelegte Stränge nicht fachgerecht zurückgebaut oder Querschnitte einfach übernommen, entstehen Stagnationszonen, in denen sich Legionellen und andere Keime vermehren können. Eine Sanitärplanung stellt sicher, dass das gesamte Netz regelmäßig durchströmt wird, die Temperaturhaltung funktioniert und die Anforderungen der Trinkwasserverordnung im Betrieb eingehalten werden.
Eine Zirkulationsleitung führt Warmwasser, das nicht entnommen wird, zurück zum Speicher, sodass an den Entnahmestellen ohne lange Wartezeit warmes Wasser ankommt. Sie ist zugleich ein zentrales Element des Legionellenschutzes, weil sie die Temperatur im gesamten Warmwassernetz hält. Sinnvoll ist sie vor allem bei längeren Leitungswegen. Damit sie hygienisch und energetisch funktioniert, muss sie hydraulisch abgeglichen und korrekt dimensioniert sein.
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