Die Einblasdämmung ist das effizienteste Verfahren für die energetische Nachrüstung im Bestand. Ohne große Baustelle, ohne Gerüst und meist innerhalb eines einzigen Tages lassen sich Hohlräume in Außenwänden, Dächern oder Geschossdecken lückenlos verfüllen. Besonders für Gebäude mit zweischaligem Mauerwerk ist dieses Verfahren der Goldstandard der Sanierung.
1. Einsatzbereiche der Einblasdämmung
Das Prinzip ist einfach: Über kleine Bohrlöcher wird loses Dämmmaterial mit Luftdruck in bestehende Hohlräume eingeblasen, wo es sich verdichtet und eine fugenlose Dämmschicht bildet.
- Kerndämmung (Zweischaliges Mauerwerk): Der klassische Hohlraum zwischen der tragenden Innenschale und der Klinkerfassade wird vollständig ausgefüllt.
- Dachschräge / Drempel: Bestehende, unzureichend gedämmte Hohlräume im Dachstuhl können nachträglich optimiert werden.
- Oberste Geschossdecke: Bei Holzbalkendecken wird der Dämmstoff in die Gefache zwischen den Balken geblasen.
- Installationsschächte: Verhindert Wärmeverluste und verbessert gleichzeitig den Brandschutz in Steigleitungen.
2. Materialien für das Einblasverfahren
Je nach Anforderung an den Brandschutz, die Feuchtigkeitsresistenz oder die Ökologie kommen unterschiedliche Stoffe zum Einsatz:
- Mineralwoll-Flocken (Glas- oder Steinwolle): Nicht brennbar, ideal für die Kerndämmung und den Brandschutz.
- Zellulose: Aus recyceltem Zeitungspapier, bietet exzellenten sommerlichen Hitzeschutz und ist sehr ökologisch.
- EPS-Granulat: Besonders fließfähig, ideal für sehr schmale Hohlräume (ab 3 cm) und absolut feuchtigkeitsresistent.
- Holzfaser: Die ökologische High-End-Lösung mit hoher Wärmespeicherkapazität.
3. Förderung und Kosten 2026
Obwohl die Einblasdämmung deutlich günstiger ist als ein WDVS, ist sie voll förderfähig. Sie erhalten 20 % Zuschuss (15 % Basis + 5 % iSFP-Bonus), wenn die technischen Mindestwerte erreicht werden.
| Bereich | Kosten (ca. pro m²) | Amortisation |
|---|---|---|
| Kerndämmung Wand | 25 – 40 € | 3 – 5 Jahre |
| Geschossdecke | 20 – 35 € | 4 – 6 Jahre |
| Dachschräge | 35 – 60 € | 5 – 8 Jahre |
4. Voraussetzungen und Ablauf
Vor Beginn der Arbeiten prüft ein Fachbetrieb mittels Endoskopie den Zustand des Hohlraums. Dabei wird untersucht, ob das Mauerwerk trocken ist und ob Hindernisse (z. B. Mörtelreste) den Materialfluss behindern könnten.
- Bohrung: Kleine Löcher (ca. 2-3 cm Durchmesser) werden in das Fugenkreuz gebohrt.
- Einblasen: Der Dämmstoff wird mit konstantem Druck eingebracht, bis der Hohlraum verdichtet ist.
- Verschluss: Die Löcher werden mit farblich passendem Fugenmörtel wieder verschlossen – die Sanierung ist nahezu unsichtbar.
FAQ – Einblasdämmung
Entstehen bei der Einblasdämmung Wärmebrücken?
Nein, im Gegenteil: Da das Material mit Druck eingeblasen wird, füllt es selbst kleinste Ritzen und Unebenheiten aus, die bei einer manuellen Verlegung von Dämmplatten oft zu Lücken führen würden.
Kann man jedes zweischalige Mauerwerk dämmen?
In über 90 % der Fälle ja. Voraussetzung ist ein sauberer Hohlraum von mindestens 3-4 cm Breite. Eine endoskopische Voruntersuchung ist hierfür zwingend notwendig.


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Ihr Jonas Pischner
Energieeffizienz-Experte, Buchautor & Dackelliebhaber
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