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Wer ein Angebot für eine Dachsanierung erhält, stößt oft auf Begriffe, die im Alltag selten vorkommen. Doch hinter Fachwörtern wie "Ortgang" oder "Kehle" verbergen sich entscheidende Bauteile, die maßgeblich für die Dichtigkeit und die Kosten Ihres Daches verantwortlich sind. In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen die wichtigsten Begriffe einfach und verständlich.
Der First ist die oberste, waagerechte Kante des Daches, an der die Dachflächen zusammentreffen. Er bildet den höchsten Punkt und muss besonders sorgfältig gegen Schlagregen und Schnee abgedichtet werden (meist durch Firstziegel und Firstbänder).
Die Traufe ist das untere Ende der Dachfläche. Hier tropft das Regenwasser ab – meist direkt in die Dachrinne. Die "Traufhöhe" ist zudem ein wichtiger Wert im Baurecht.
Der Ortgang ist der seitliche Abschluss des Daches am Giebel. Er verbindet die Traufe mit dem First. Da der Ortgang besonders stark dem Wind und dem Wetter ausgesetzt ist, wird er oft mit speziellen Ortgangziegeln oder Blechprofilen geschützt.
Ein Grat entsteht dort, wo zwei Dachflächen bei einer Außenkante zusammentreffen (typisch für Walmdächer). Er ist das Gegenstück zur Kehle.
Die Kehle ist die Innenecke, an der zwei Dachflächen aufeinandertreffen (z.B. bei L-förmigen Häusern oder Gauben). Kehlen sind sensibel, da hier große Mengen Wasser zusammenfließen. Sie werden meist mit speziellen Kehlblechen aus Zink oder Kupfer ausgekleidet.
Das tragende Gerüst des Daches, meist aus Holz. Es besteht aus verschiedenen Elementen wie Sparren, Pfetten und Balken.
Die Sparren sind die Holzbalken, die von der Traufe zum First verlaufen. Sie tragen die Dachhaut. Bei einer "Zwischensparrendämmung" wird das Dämmmaterial genau in die Zwischenräume dieser Balken geklemmt.
Pfetten sind waagerechte Holzbalken, die parallel zum First verlaufen und die Sparren stützen. Man unterscheidet zwischen Firstpfette (oben), Mittelpfette und Fußpfette (unten).
Die Lattung trägt die Dachziegel. Die Konterlattung verläuft senkrecht dazu (parallel zu den Sparren) und sorgt für einen Belüftungsraum zwischen der Dämmung/Unterspannbahn und den Ziegeln.
Eine Gaube ist ein Dachaufbau, der dazu dient, im Dachgeschoss mehr Stehhöhe und Licht zu schaffen. Es gibt verschiedene Formen wie Schleppgauben, Sattelgauben oder Fledermausgauben. Jede Gaube erhöht die Komplexität und damit die Kosten der Sanierung.
Im Gegensatz zur Gaube liegt das Dachfenster direkt in der Schräge der Dachfläche. Es ist kostengünstiger einzubauen, bietet aber keinen zusätzlichen Raumgewinn.
Der Übergang vom Schornstein zur Dachfläche. Dies ist eine klassische Schwachstelle für Undichtigkeiten und muss vom Spengler fachgerecht mit Blechen eingefasst werden.
Eine wasserdichte, aber diffusionsoffene Folie, die unter den Ziegeln liegt. Sie dient als zweite Entwässerungsebene: Falls Wasser durch die Ziegel dringt (z.B. bei extremem Wind), leitet die Bahn es sicher zur Traufe ab.
Eine Folie, die auf der Innenseite (Zimmerseite) der Dämmung angebracht wird. Sie verhindert, dass feuchte Raumluft in die Dämmung gelangt und dort kondensiert (Schimmelgefahr).
In Ihrem Kostenvoranschlag werden Posten wie "lfm Kehlblech" oder "Stück Ortgangziegel" einzeln aufgeführt. Wenn Sie wissen, dass eine Kehle aufgrund des hohen handwerklichen Aufwands teurer ist als eine glatte Dachfläche, können Sie das Angebot besser einschätzen.
Der Kniestock (oder Drempel) ist die Mauer über der Geschossdecke, auf der der Dachstuhl aufliegt. Je höher der Kniestock, desto mehr Stellfläche haben Sie unter der Dachschräge.
Es bedeutet, dass Bauteile Wasserdampf von innen nach außen durchlassen, aber flüssiges Wasser von außen stoppen. Dies ist entscheidend für ein gesundes Raumklima und zur Vermeidung von Bauschäden.
Ein Wechsel wird eingebaut, wenn für ein Fenster oder eine Gaube ein Sparren unterbrochen werden muss. Das Gewicht wird dann über waagerechte Balken auf die benachbarten Sparren umgeleitet.


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Ihr Jonas Pischner
Energieeffizienz-Experte, Buchautor & Dackelliebhaber
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