PMV
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Der Begriff PMV steht für Predicted Mean Vote und ist ein Indikator, der zur Quantifizierung des thermischen Komforts in Innenräumen verwendet wird. PMV wurde von Povl Ole Fanger in den 1970er Jahren entwickelt und ist ein standardisiertes Modell, das in der Gebäudetechnik und im Bauwesen weit verbreitet ist.
Was ist PMV?
PMV ist ein Indikator für den thermischen Komfort. Es ist ein Modell, das die durchschnittliche Bewertung des thermischen Komforts durch eine Gruppe von Personen in einem bestimmten Raum vorhersagt. Es ist ein komplexer Algorithmus, der auf einer Vielzahl von Faktoren basiert, einschließlich der Lufttemperatur, der relativen Luftfeuchtigkeit, der Luftgeschwindigkeit, der mittleren Strahlungstemperatur, der Aktivität und der Bekleidung der Person. Das PMV-Modell gibt einen Wert zwischen -3 und +3 aus, wobei -3 extreme Kälte, 0 neutrale Thermobehaglichkeit und +3 extreme Hitze bedeutet.
Wie funktioniert PMV?
Das PMV-Modell basiert auf dem Prinzip der Energiebilanz des menschlichen Körpers. Es geht davon aus, dass der Körper ständig Energie in Form von Wärme produziert und diese an die Umgebung abgibt. Wenn die Menge an abgegebener Wärme gleich der Menge an produzierter Wärme ist, wird ein Zustand des thermischen Gleichgewichts erreicht, der als Thermobehaglichkeit bezeichnet wird. Das PMV-Modell berechnet, wie viel Wärme der Körper unter bestimmten Umgebungsbedingungen abgeben sollte, um ein thermisches Gleichgewicht zu erreichen, und vergleicht dieses mit der tatsächlichen Menge an abgegebener Wärme. Das Ergebnis dieser Berechnung ist der PMV-Wert.
Anwendung von PMV
PMV wird hauptsächlich in der Gebäudetechnik und im Bauwesen verwendet, um den thermischen Komfort von Innenräumen zu bewerten und zu optimieren. Es wird in der Planungsphase von Gebäuden verwendet, um die Auslegung von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen (HVAC) zu optimieren und den Energieverbrauch zu minimieren. Es wird auch in der Betriebsphase von Gebäuden verwendet, um die Leistung von HVAC-Systemen zu überwachen und Anpassungen vorzunehmen, wenn der thermische Komfort nicht erreicht wird.
- PMV in der Praxis: In der Praxis wird PMV oft zusammen mit anderen Indikatoren wie dem Predicted Percentage of Dissatisfied (PPD) verwendet, um ein umfassenderes Bild des thermischen Komforts zu geben. Während PMV den durchschnittlichen thermischen Komfort vorhersagt, gibt PPD den Prozentsatz der Personen an, die wahrscheinlich unzufrieden sein werden.
- Vorteile von PMV: PMV hat mehrere Vorteile. Erstens ist es ein standardisiertes Modell, das auf umfangreichen experimentellen Daten basiert. Zweitens berücksichtigt es eine Vielzahl von Faktoren, die den thermischen Komfort beeinflussen, und nicht nur die Lufttemperatur. Drittens ermöglicht es eine quantitative Bewertung des thermischen Komforts, die zur Optimierung der Gebäudeauslegung und des Betriebs verwendet werden kann.
- Nachteile von PMV: Trotz seiner Vorteile hat PMV auch einige Nachteile. Erstens ist es ein komplexes Modell, das eine detaillierte Kenntnis der Umgebungsbedingungen und der persönlichen Faktoren der Personen erfordert. Zweitens kann es nicht die individuellen Unterschiede in der thermischen Empfindlichkeit berücksichtigen. Drittens kann es nicht die Auswirkungen von anderen Faktoren wie Luftqualität, Beleuchtung und Lärm auf den thermischen Komfort berücksichtigen.
Im Allgemeinen ist PMV ein nützliches Werkzeug zur Bewertung und Optimierung des thermischen Komforts in Innenräumen. Es sollte jedoch immer im Kontext der spezifischen Anforderungen des Gebäudes und der darin befindlichen Personen verwendet werden.














