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Weitere Informationen zur Themenreihe Energieausweis:

Wann wird ein Energieausweis benötigt?

  • Beim Verkauf oder Vermietung von Immobilien
  • Bei umfangreichen Sanierungen, die die Energieeffizienz beeinflussen
  • Für Neubauten oder bei geplanter gewerblicher Nutzung
  • Als Pflichtangabe in Immobilienanzeigen gemäß EnEV bzw. Gebäudeenergiegesetz (GEG)

Welche Arten von Energieausweisen gibt es?

  • Bedarfsausweis
    • Beruht auf Baujahr, Gebäudehülle und Anlagentechnik
    • Erforderlich für Altbauten ohne ausreichende Verbrauchsdaten
  • Verbrauchsausweis
    • Stützt sich auf den tatsächlichen Heizenergieverbrauch der letzten drei Jahre
    • Zulässig bei neueren oder bereits regelmäßig genutzten Gebäuden

Wissenswertes zum Energieausweis

  • Gültigkeit beträgt 10 Jahre
  • Darf ausschließlich von zertifizierten Experten ausgestellt werden
  • Hilft Käufern und Mietern bei der Einschätzung der Energieeffizienz
  • Zeigt mögliche Einsparpotenziale und bestehenden Sanierungsbedarf auf


Was ist ein Energieausweis?

Der Energieausweis dokumentiert, wie energieeffizient ein Gebäude ist, vergleichbar mit einem Verbrauchslabel bei Elektrogeräten. Er ist verpflichtend bei Neubau, Sanierung, Verkauf oder Vermietung und schafft Transparenz für Eigentümer, Käufer und Mieter.

Warum ist der Energieausweis aktuell so wichtig?

Mit dem Gebäudeenergiegesetz (GEG), das am 1. November 2020 in Kraft trat, wurden frühere Regelungen zusammengeführt und verschärft. Das Gesetz stellt neue Anforderungen an die Gebäudeeffizienz:

  • Ab 2024: Neue Heizungen müssen zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden (Übergangsfristen bis 2028 möglich)
  • Ab 2025: Neubauten müssen den Effizienzhaus-40-Standard erfüllen
  • Für gewerbliche Neubauten gilt eine Solarpflicht
  • Staatliche Förderungen unterstützen den Heizungstausch mit Zuschüssen von bis zu 70 %1

Damit wird der Energieausweis zu einem zentralen Dokument für Planung, Förderung und Umsetzung energetischer Maßnahmen.

Was regelt das GEG genau?

Das GEG definiert Vorgaben für:

  • Dämmung und Wärmeschutz
  • Heizungs- und Klimatechnik
  • Einsatz erneuerbarer Energien
  • Pflicht zur Ausstellung eines Energieausweises

Welche Unterlagen brauche ich für den Energieausweis?

Für die Ausstellung eines Energieausweises – ob Verbrauchsausweis oder Bedarfsausweis – sind bestimmte Unterlagen erforderlich. Je vollständiger die Angaben, desto schneller und kostengünstiger verläuft die Erstellung.

Verbrauchsausweis – das wird benötigt:

  • Energieverbrauchsdaten (Heizung und Warmwasser) der letzten 3 Jahre
  • Angaben zu Leerstand im Gebäude (Zeitraum, Umfang)
  • Fotos der Immobilie (Fassade, Heizung, ggf. Innenräume)
  • Stromverbrauch der gesamten Immobilie (alle Nutzungseinheiten)
  • Hinweis: Bei Leerstand von mehr als 50 % über ein ganzes Jahr ist ein Verbrauchsausweis nicht zulässig
  • Regionale Witterungsdaten fließen automatisch in die Bewertung ein

Achtung: Ist der Leerstand zu hoch, muss ein Bedarfsausweis erstellt werden.

Bedarfsausweis – zusätzliche Unterlagen:

Neben den Daten für den Verbrauchsausweis sind erforderlich:

  • Grundrisse und Gebäudepläne
  • Baubeschreibung und Baujahr
  • Modernisierungsnachweise (z. B. Fenster, Dach, Heizung)
  • Abgasprotokoll des Schornsteinfegers
  • Nachweise über durchgeführte Sanierungsmaßnahmen (falls vorhanden)

Eine Vor-Ort-Begehung ist in beiden Fällen verpflichtend, um die baulichen Gegebenheiten korrekt zu erfassen.


Quelle: BMWK – Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, www.bmwk.de

Woher bekomme ich einen Energieausweis?

Ein Energieausweis darf nicht selbst erstellt werden. Er muss von qualifizierten Fachleuten mit Bezug zum Bauwesen ausgestellt werden. Besonders empfehlenswert ist die Beauftragung eines zertifizierten Energieberaters mit entsprechender Zusatzausbildung.

Tipp: Nutzen Sie geprüfte Experten. Die Deutsche Energie-Agentur (dena) stellt eine öffentliche Ausstellerdatenbank mit zertifizierten Energieberatern zur Verfügung2.

Die EE-Experten sind dort offiziell gelistet, verfügen über mehr als 20 Jahre Erfahrung und sind zusätzlich als Berater beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) registriert. Damit bieten wir Ihnen Kompetenz, Transparenz und maximale Sicherheit bei der Erstellung Ihres Energieausweises.


Quelle: Deutsche Energie-Agentur (dena), www.energie-effizienz-experten.de

Das Wichtigste zum Energieausweis im Überblick:

  • Transparenz und Verbraucherschutz: Der Energieausweis informiert über die Energieeffizienz einer Immobilie und schützt Mieter sowie Käufer durch die gesetzlich vorgeschriebene Energieausweispflicht.
  • Sensibilisierung und Handlungsempfehlung: Eigentümer werden auf mögliche Energieeinsparpotenziale hingewiesen und zu energetischen Maßnahmen angeregt.
  • Qualifizierte Erstellung: Ein Energieausweis ist kein Standardzertifikat für wenige Euro aus dem Internet, sondern das Ergebnis einer fundierten Analyse durch qualifizierte Fachkräfte.

Rechtliche Risiken

  • Falsche oder manipulierte Angaben gelten als arglistige Täuschung und können rechtliche Konsequenzen haben. Laut § 27 GEG drohen Bußgelder bis zu 10.000 Euro.
  • Schadensersatzansprüche durch Käufer oder Mieter bei Täuschung.
  • Rückabwicklung von Kaufverträgen: Enthält ein Energieausweis falsche Angaben, kann dies zur Anfechtung führen. Käufer haben das Recht, den Vertrag rückabzuwickeln, da er rechtlich unwirksam sein kann.

Unterschiede bei Energieausweisen

  • Verbrauchsausweis: basiert auf bisherigen Energieverbrauchsdaten und ist abhängig vom individuellen Nutzungsverhalten.
  • Bedarfsausweis: erstellt auf Grundlage einer detaillierten technischen Analyse des Gebäudes, unabhängig vom Nutzerverhalten.

Fachkundige Beratung

  • Die Wahl des richtigen Energieausweises und eine korrekte Erstellung sind entscheidend, um rechtliche Risiken zu vermeiden, Vertragsstreitigkeiten vorzubeugen und verlässliche Daten zu gewährleisten.

Hinweis: Der Begriff Energieberater ist nicht geschützt. Der Titel Energieeffizienzberater hingegen ist rechtlich geschützt und wird nur an berechtigte Personen und Unternehmen vergeben, ähnlich wie ein Meistertitel. Viele Laien nutzen diese Unklarheit aus und täuschen Kunden mit unqualifizierten Angeboten.

Pischner EnergieberaterPischner mit Dackel
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Ihr Jonas Pischner
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Für Schnellleser: Das Wesentliche zum Energieausweis auf einen Blick

  • Was ist ein Energieausweis?
    Der Energieausweis bewertet die energetische Qualität eines Gebäudes. Er gibt Auskunft über den Energiebedarf bzw. -verbrauch und dient Käufern, Mietern und Eigentümern als Orientierungshilfe.
  • Pflicht oder freiwillig?
    In vielen Fällen ist der Energieausweis gesetzlich vorgeschrieben – z. B. beim Verkauf, der Neuvermietung oder größeren Sanierungen von Immobilien.
  • Zwei Varianten:
    Es gibt Bedarfsausweise (basierend auf Berechnungen der Gebäudehülle und Heiztechnik) und Verbrauchsausweise(basierend auf dem tatsächlichen Energieverbrauch der letzten Jahre).
  • Gültigkeit:
    Ein Energieausweis ist in der Regel 10 Jahre gültig.
  • Wer darf ihn ausstellen?
    Nur qualifizierte Fachleute wie zertifizierte Energieberater, Architekten oder Ingenieure dürfen Energieausweise erstellen.
  • Kosten:
    Die Preise variieren je nach Gebäudeart und Ausweis-Typ. Bei Wohngebäuden beginnen sie meist ab etwa  350 €, wenn dafür ein Energieberater vor Ort kommt.
  • Warum wichtig?
    Ein Energieausweis schafft Transparenz, hilft beim Vergleich von Immobilien und zeigt Potenziale zur Energieeinsparung auf.

Testen Sie Ihr Wissen über den Energieausweis 

Wie gut sind Sie über den Energieausweis informiert? Testen Sie Ihr Wissen in unserem interaktiven Quiz!

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Ein bedarfsorientierter Energieausweis (Bedarfsausweis) bietet eine detaillierte Analyse der energetischen Eigenschaften eines Gebäudes. Er basiert auf einer technischen Bewertung der Bausubstanz sowie der Heizungsanlage. Diese Art des Ausweises ist besonders hilfreich, um energetische Schwachstellen zu identifizieren und gezielte Modernisierungsmaßnahmen zu planen. Er ist für alle Gebäude geeignet, unabhängig von ihrer Größe, ihrem Baujahr oder ihrer Nutzung.

Ein verbrauchsorientierter Energieausweis (Verbrauchsausweis) hingegen stützt sich auf den tatsächlichen Energieverbrauch der letzten drei Jahre. Er ist in der Regel zulässig für:

  • Wohngebäude mit mindestens fünf Wohneinheiten, da hier der Energieverbrauch repräsentativ ist
  • Gebäude, deren Bauantrag nach 1977 gestellt wurde, da diese oft über eine bessere energetische Grundausstattung verfügen

Ein Energieausweis ist erforderlich in verschiedenen Situationen. Dazu zählen der Bau eines neuen Gebäudes, umfangreiche Sanierungsmaßnahmen sowie der Verkauf oder die Vermietung einer Immobilie. Diese Verpflichtung basiert auf dem Gebäudeenergiegesetz (GEG), das die frühere Energiesparverordnung (EnEV) ersetzt hat.

Das Gesetz sieht vor, dass potenzielle Käufer oder Mieter über die energetischen Kennwerte eines Gebäudes sowie die damit verbundenen Treibhausgasemissionen informiert werden müssen. Diese Informationspflicht tritt jedoch ausschließlich bei einem Wechsel der Nutzerschaft in Kraft.

Ein Energieausweis ist ein wichtiges Dokument, das den Energieverbrauch eines Gebäudes bewertet. Er ist jedoch nicht in allen Situationen erforderlich. Wenn es keinen Nutzerwechsel durch Verkauf oder Neuvermietung gibt, entfällt die Pflicht zur Ausstellung. Ebenso sind kleine Gebäude mit einer Nutzfläche von weniger als 50 m² von dieser Verpflichtung ausgenommen. Auch bei Baudenkmälern besteht keine Notwendigkeit, einen Energieausweis zu erstellen. Diese Ausnahmen tragen dazu bei, den Aufwand und die Kosten in bestimmten Fällen zu reduzieren, ohne die energetische Bewertung von Gebäuden generell zu vernachlässigen.

Ein Energieausweis ist ein wichtiges Dokument, das den energetischen Zustand eines Gebäudes bewertet. Er bleibt 10 Jahre lang gültig, was bedeutet, dass innerhalb dieses Zeitraums keine Erneuerung erforderlich ist, sofern keine wesentlichen Änderungen am Gebäude vorgenommen werden. Allerdings ist es ratsam, bei energetischen Verbesserungen, wie der Installation einer neuen Heizung oder der Dämmung der Fassade, einen neuen Ausweis zu beantragen. Dies ermöglicht es, die verbesserten energetischen Eigenschaften des Gebäudes potenziellen Kauf- oder Mietinteressenten transparent darzulegen. Somit kann der Wert der Immobilie gesteigert und die Attraktivität auf dem Markt erhöht werden.

Der Energieausweis ist ein unverzichtbares Instrument zur Förderung der Energieeffizienz im Immobiliensektor. Er stellt nicht nur objektive Informationen über den Energiebedarf von Gebäuden bereit, sondern ermöglicht auch fundierte Vergleiche zwischen verschiedenen Immobilien. Durch die Bewertung der energetischen Qualität eines Hauses können potenzielle Käufer oder Mieter schnell erkennen, wie energieeffizient ein Gebäude ist. Der Ausweis identifiziert gezielt Schwachstellen in der Gebäudehülle sowie in der Anlagentechnik, was eine präzise Analyse der energetischen Leistung ermöglicht. Zudem liefert er wertvolle Vorschläge zur energetischen Modernisierung, die zur Senkung der Energiekosten und zur Schonung der Umwelt beitragen können.

Jonas Pischner, Energieberater, EE-Experten GmbH
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